Gedanken zu September 2018

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

 Monatsspruch Prediger Salomo 3,11

Liebe Geschwister und Freunde!

Mit diesem Satz sind wir im Herzen der Weisheit des Alten Testaments. In Zeiten, in denen jeden Tag die Welt neu erfunden wird, wie manche meinen, klingt „alt“ oft nach „ verbraucht“ oder „längst überholt“. So ist das Erste Testament unserer Bibel aber nicht. Es hat eine – manchmal verborgene – Frische, z.B. in dem Buch vom Prediger Salomo.

Die Sprüche Salomos, die unter seinem Namen veröffentlicht wurde, werden schneller und häufiger, möglicherweise mit großer Andacht gelesen. Das ganze Buch dürfte nicht so alt sein wie die Zeit, in der Salomo lebte, etwa um 950 vor Christus. Und wie klar der Verfasser der Gedanken damals die Welt und unser Leben durchschaut, wenn er schreibt: Menschen sind vor allem eins, nämlich eitel, als trügen sie die Welt.

Wer sich wieder auf Salomos Werte besinnt, erinnert sich dann an das andere: Gott hat alles schön gemacht. Wir ergründen oft nicht, wie und warum Gott etwas macht. Das tut dann oft weh, aber wir verschließen unsere Augen dennoch nicht. Denn es wird da noch etwas sein, was uns leuchten lässt in allem, was düster ist: Gott erwartet uns in seiner Welt. Das nennen wir Ewigkeit. Die Erde ist nicht für sich. Himmel ist alles, was die Erde aufwiegt. Manchmal schon auf Erden; sicher aber in Gottes neuer Welt. Das Schöne an Gott ist, sagt der Prediger der Weisheit, dass er uns nie uns selbst überlässt, weder unserem Hochgefühl noch unserem Schmerz. Dass er aber mit offenen Armen in seiner Welt lebt und auf uns wartet. Alles hat seine Zeit, aber Gott hat Ewigkeit – für uns.

WB