Gedanken zu Dezember / Januar

Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen

Psalm 130,6

 

Liebe Leserin, lieber Leser!

Für den Beter in dem 130. Psalm hat sich Gottes heilsame Gegenwart bewahrheitet. Gott hat ihn erhört. Immer und immer wieder durfte er das in seinem langen Leben erfahren, wann immer er sich im Gebet an Gott wandte. Gott war für ihn da, hatte ein Ohr für seine Not, hatte ein Wort für sein Herz. Er  durfte erfahren, was Gnade heißt und Vergebung. Durfte sein Leben als  Geschenk  neu aus Gottes Hand empfangen. Durfte erleben, wie Gott seine Seele gewärmt hat, wie die ersten Lichtstrahlen jeden Morgen sein Gemüt erhellt haben. Gottes bergende Zuwendung und Güte hat ihm immer wieder auf- und durch geholfen.

So hat der Psalmbeter glauben gelernt, vertrauen, hoffen, loben und danken, klagen und flehen. Und auch staunen und schweigen, ehrfürchtig schweigen. Darum wartet seine Seele auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen. Sein ganzes Innerstes ist ausgespannt zu seinem Gott hin. Bei ihm ist Hilfe und Heil und Erlösung und Leben. Er hofft auf sein Wort. Und er weiß, er wird nicht vergeblich warten.

Und wir? Worauf warten wir in dieser Adventszeit? Worauf wartet unsere Seele? Oder besser: Auf wen wartet unsere Seele?

Ich möchte mir die Worte des Psalmbeters gerne zu eigen machen: Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen. Meine Seele hofft auf sein Wort und lässt sich nicht davon abbringen. In der Tiefe meines Herzens zeigt Gott sich immerzu, weil ich ihn erkennen will. Meine Seele klammert sich an sein Wort, das in dem Kind von Bethlehem in unsere Welt und unser Leben gekommen ist, um all unsere Not zu wenden und uns seinen Frieden zu schenken.

WB