Im August und diese aktuelle Woche

Liebe Gäste, Freunde und Gemeindemitglieder!

Ab dem 01.05. sind wieder Gottesdienste in NRW möglich. Die Anforderungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) für einen sicheren Gottesdienst sind allerdings hoch, vor allem in Bezug zu Risikogruppen. Da uns der gemeinsame Gottesdienst aller Gemeindemitglieder aber wichtig ist, haben wir aktuell eine richtig gute Nachricht: Es soll am 23.08. unser erster Präsenz-Gottesdienst nach der Corona-Pause wieder stattfinden. Das Sicherheits-Konzept zu dem Gottesdienst, was auch zu beachten ist, wird am 10.08. auf diese Internetseite gestellt.

Wir haben noch eine weitere gute Neuigkeit. Zum 9. Sonntag nach Trinitatis, dem 09.08., wurde wieder ein Gottesdienst aufgenommen, der über Internet zur Verfügung steht und unter dem Link Gottesdienst zu finden ist. Der Gottesdienst ist allerdings erst ab 09.08. morgens um 7 Uhr freigegeben. Man kommt sehr einfach dahin, indem man das Wort „Gottesdienst“, was Sie/Ihr gerade gelesen haben/habt, welches unterstrichen ist, anklickt. Dann öffnet sich die Gottesdienst-Aufnahme.

Die Redaktion der Webseite

Besinnliches zu Juli und August

Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss!
Denn du hast einen weiten Weg vor dir (1. Könige 19,7)

 

Der Monatsspruch für den Monat Juli steht in einer meiner Lieblingsgeschichten aus der Bibel. Der Prophet Elia hat große Kämpfe im Namen Gottes geführt und gewonnen. Jetzt aber ist ihm eine mächtige Frau auf den Versen und will ihn umbringen. Elia verliert all seinen Mut, legt sich unter einen Busch und möchte am liebsten sterben. Dort weckt ihn ein Engel Gottes mit den Worten: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.

Manchmal kann ich mich gut in Elia hineinversetzen: Es gibt Zeiten, da läuft alles glatt, die Arbeit geht von der Hand, man ist gesund, fühlt sich stark und erfährt auch von anderen Wertschätzung. Dann ändert sich das plötzlich, manchmal aus heiterem Himmel: Eine verletzende Bemerkung von einem anderen, ein dummer Fehler, den man selbst begangen hat, eine Krankheit, die beängstigt… Und auf einmal sind Mut und Selbstsicherheit dahin.

Auch als Gemeinde und Gesellschaft stehen wir durch Corona derzeit in einer Krise: Begegnungen mit Menschen, die uns wichtig sind, konnten lange nicht stattfinden und sind auch jetzt nur eingeschränkt möglich. Dazu die stete Sorge, sich selbst zu infizieren oder andere. Manche haben mit finanziellen Verlusten zu kämpfen oder mit der Sorge um ihren Arbeitsplatz.

Elia erlebt in seiner Krise eine Engelsbegegnung. Wir stellen uns darunter vielleicht etwas sehr Wundersames vor, doch berichtet die Bibel ganz nüchtern: Der Prophet ist von Kampf und Flucht erschöpft und schläft ein. Als er aufwacht, steht eine einfache Mahlzeit neben ihm: Wasser und Brot. Elia isst und schläft wieder ein.

„Am nächsten Morgen sieht alles anders aus…“ Wie oft habe ich schon gemerkt, dass ein guter Schlaf auch eine heilsame Wirkung auf mein Gefühlsleben hat. Die Grübeleien der Nacht zeigen sich am nächsten Morgen in einem anderen Licht und die scheinbare Ausweglosigkeit mündet in einen neuen Weg.

Nach dem Ausschlafen fordert der Engel den Propheten auf, nochmal zu essen und sich für den weiten Weg, der vor ihm liegt, zu stärken.

„Gutes Essen hält Leib und Seele zusammen“ heißt es in einem Sprichwort und wir merken, dass es immer ein Zeichen der Besserung ist, wenn jemand nach einer Krankheitsphase wieder Appetit bekommt.

Ich erinnere mich an Einladungen, manchmal verbunden mit einem guten Essen, in denen es zu einem Gespräch kam, das mich neu auf die Spur gebracht hat, mir eine andere Perspektive eröffnete oder mir einfach zeigte, dass es Menschen gibt, die mich annehmen, gerade auch dann, wenn es mir nicht gut geht. So erlebe ich Freundschaft, und manches Mal hatte ich nach einer solchen Begegnung den Eindruck, dass Gott selbst dabei war und der Freund mir zum Engel geworden ist. Es sind nicht die großen Zeichen und Wunder, die ein solches Gefühl vermitteln. Oft reichen kleine Gesten: Ein Anruf, ein Brief, eine  Aufmerksamkeit. Und ich merke: Auch ich kann für andere zum Engel Gottes werden. Indem ich offen bleibe und interessiert nachfrage, wie es dem anderen geht. Indem ich kreativ werde und mir überlege, wie ich gerade in dieser kontakteingeschränkten Zeit andere erreichen und ihnen gut tun kann, anstatt mich nur mit mir selbst zu beschäftigen. Ob das schon genügt, um für andere zum Engel zu werden, weiß ich nicht. Aber ich muss es auch nicht wissen.

Als Gemeinden sind wir noch in der Krise. Wir wissen nicht, wie es weitergeht, wissen nicht, ob nach dem Sommer Gottesdienste in annähernd gewohnter Form wieder möglich sein werden. Persönlich fehlt mir das gottesdienstliche Singen sehr und ich freu mich auf den Tag, an dem das wieder möglich sein wird. Bis dahin bleibt es wichtig, die Hoffnung nicht zu verlieren und vor allem einander im Auge zu behalten. Bleibt in Kontakt, fragt nacheinander und macht denen Mut, die resignieren wollen!

Als Christen glauben wir, dass es bei all dem nicht allein um zwischenmenschliche Freundlichkeit geht. Die wäre irgendwann auch erschöpft. Wir glauben vielmehr, dass es Gott selbst ist, der uns mit seiner Kraft, Liebe und Zuversicht ausstattet, so dass wir mutig aufstehen und uns auf Weg machen, der vor uns liegt, auch wenn er noch unbekannt und weit ist.

Ihr / Euer Micha Arved Neumann