Gedanken zu September 2017

Monatsspruch September 2017

Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein,
und sind Erste, die werden die Letzten sein.

Lukas 13,30

Liebe Leserin, lieber Leser!

Die meisten von uns kennen diesen Satz, der ja beinahe schon zu einem geflügelten Wort geworden ist, mehr aus dem Matthäus-Evangelium, wo Jesus ihn am Ende eines sehr ärgerlichen Gleichnisses von aufgebrachten Tagelöhnern sagt. Im Lukas-Evangelium geht es um einen ähnlichen Sachverhalt, nämlich um den Himmel und um die vielen Fragen der Menschen, wer denn da hineinkommt, wer selig wird und wer der Erste sein wird, der in Gottes Reich darf. Jesus kehrt die Welt um und sagt: Im Himmel könnten die Letzten zu Ersten werden.

Das ist bitter für alle, die ihrer persönlichen Ansicht nach viel dazu getan haben, Gott zu gefallen. Und dann auch von Gott etwas erwarten, nämlich eine Belohnung. Und wenn die nicht schon auf Erden kommt, dann eben im Himmel. Wer sich ehrlich analysiert, wird bemerken, dass ein solches Handeln mit Gott weit verbreitet ist.

Ein solcher Deal mit Gott, sagt Jesus, verbietet sich. Wer es dennoch tut, könnte sich noch sehr wundern. Womöglich gehört er nicht zu den Ersten, wozu er gefühlt gehört, jedenfalls nach eigener Ansicht. Ebenso könnten sich die wundern, die meinen, immer und überall die Letzten gewesen zu sein. Auf einmal stehen die Letzten ganz vorn. Keine meiner Erwartungen und Rechnungen wird im Himmel aufgehen.

Dieser Satz Jesu ist nicht weniger als die Umkehrung der Welt. Der Himmel ist dann eine seitenverkehrte Erde – in allem!

WB

Zum Luther-Jubiläumsjahr: der besondere Gottesdienst

Nicht 3.000, aber um die 30 Sängerinnen und Sänger des Gospelchores Duisburg waren am 25. Juni zu Gast und gestalteten einen Gottesdienst mit Stücken aus dem Pop-Oratorium „Luther“ von Dieter Falk und Michael Kunze. Der Chor, der seine Geburtsstunde vor fast 20 Jahren bei uns in der Juliusstraße erlebte und seitdem von Jochen Kleinkorres geleitet wird, war Teil der Uraufführung mit den schon genannten 3.000 Sängern 2015 in Dortmund und wird am 29. Oktober in Berlin dabei sein, wenn dieses Oratorium mit einem noch gewaltigeren Chor zum Luther-Jubiläum 2017 wieder aufgeführt wird.

Nun also bei uns: die musikalisch farbenfroh erzählte Geschichte des Menschen Martin Luther, der so verwurzelt im hier und jetzt zugleich von dem festen und unerschütterlichen Vertrauen auf den liebenden Gott erfüllt war. So stand er als einzelner Mönch allein gegen die geballte Macht (Kaiser und Papst). Er fiel nicht, und auch deshalb hat er so nachhaltig unser christliches Selbstverständnis geprägt. Walter Brinkmann brachte es in seiner Predigt auf den Punkt.

„Selber denken“, „Mut haben“, „Wahrheit“ sind die tragenden Aussagen. Indem wir Vertrauen fassen, wird Gott eine Macht in unserem Leben. Man merkt dem Chor an, wie er diese Botschaft verinnerlicht hat und deshalb kräftig und überzeugend ausdrücken kann. Der gesungene Schlussakkord, unübertrefflich: „Wir sind Gottes Kinder, wo auch immer, keiner ist allein. Und sind wir auch Sünder, es muss niemand ohne Hoffnung sein. Wir sind Gottes Kinder, lasst uns mutig und wahrhaftig sein und frei!“.

Wer am 25.06. nicht dabei war (und auch nicht nach Berlin fahren kann) bekommt nochmals Gelegenheit, den Chor mit „Luther“- Musik zu erleben: am 23.09., 17:00 zusammen mit Okko Herlyn in der evangelischen Kirche in Rumeln-Kaldenhausen

JK

Jahresthema 2017

An den Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Ich kenne deine Werke, und ich habe vor dir eine Türe geöffnet, die niemand mehr schließen kann. Du hast nur geringe Kraft, und dennoch hast du an meinem Wort festgehalten und meinen Namen nicht verleugnet. Offenbarung des Johannes, Kap. 3, Verse 7-8

Liebe Gemeinde!

So sehr hat diese kleine Gemeinde in Philadelphia durch die Jahrhunderte Christen beeindruckt, dass viele ihren Gemeinden diesen Namen gegeben haben: „Philadelphia“. Eine Gemeinde, die Begrenzungen, Erschütterungen und Glanzzeiten kannte. Auch wir können von der Gemeinde in Philadelphia lernen, dass wir uns um die Zukunft unserer Gemeinde nicht fürchten müssen. Die Frage nach der „Zukunftsfähigkeit“ unserer Gemeinde – man darf sie  sehr wohl auch stellen, wenn es dabei um die Frage nach zeitgemäßen Strukturen innerhalb von Gemeinde geht, jedoch nicht als grundsätzliche Frage nach dem Überleben der Gemeinde. Denn für letzteres trägt keine Gemeinde die Verantwortung und Sorge, sondern Christus selbst, der um das weiß, was seine Gemeinde ausmacht und ihr Mühe bereitet, und der Türen in die Zukunft öffnet: „Siehe, ich habe vor dir eine Türe geöffnet …“.

Türen werden sich immer wieder auftun. Nur – man muss den Mut haben, hindurch zu gehen. In einer sich verändernden Zeit und Umgebung sollten auch wir als Gemeinde vertrauensvoll und zuversichtlich nach der Ausrichtung unseres zukünftigen Weges fragen, sodass wir unseren Platz und Auftrag in unserer Umgebung neu ausfüllen können, und zwar da, wo Menschen auf die lebensstiftende Kraft des Evangeliums warten. Unsere „kleine Kraft“ steht unter einer großen Verheißung. Unsere Gemeinde lebt nicht von ihren Erwartungen her, sondern vom Vertrauen gegenüber dieser Zusage: „Siehe, ich habe vor dir eine Tür geöffnet …“. Es lohnt sich dran zu bleiben und einen langen Atem zu haben.

Davon soll etwas in diesem Jahr 2017 deutlich werden unter dem Jahresthema „Kleine Kraft – Offene Türen“ – und davon, dass es sich lohnt, unerschütterlich und ohne Angst dem lebendigen WORT der Zukunft zu vertrauen.

WB

Ein Blick auf’s Leben. 2016 in DU

Das Jahr 2016 war für uns als Gemeinde von Anfang bis Ende geprägt von nüchternen Themen, die das Gemeindehaus und die finanzielle Situation der Gemeinde betreffen. Nicht nur wir als Gemeindeglieder sind altersmäßig im Schnitt in die Jahre gekommen, sondern eben auch unsere Immobilien. Das wird mit der Zeit teuer, lähmte aber unser Gemeindeleben nicht.

Wir lobten Gott z.B. im alljährlichen Taizé-Gottesdienst, blickten weiterhin mit dem Benefizkonzert über unseren Gemeindetellerrand und feierten als Gesamtgemeinde mit den spanischen Geschwistern im Sommer ein Hoffest, das bei Groß und Klein sehr guten Anklang fand.

Auch unsere Internetseite wurde aufgefrischt und zeugt ebenfalls von Leben in unserer Gemeinde. Zwei Geschwister haben es sich darüber hinaus zur Aufgabe gemacht, ältere Gemeindeglieder, die nicht mehr  oder nur unregelmäßig am Gemeindeleben teilnehmen können, zu besuchen und im Gemeindebrief davon zu erzählen.

Auch sportlich waren einige Geschwister wieder mit dem Fahrrad unterwegs und lebten geistliche Gemeinschaft auch auf dieser Ebene ganz praktisch.

Zum Leben gehört aber nicht nur die Geburt  — für die Taufe von sieben spanischen Geschwistern danken wir Gott von ganzem Herzen  —sondern auch das Sterben und der damit verbundene Abschied. So mussten wir uns dieses Jahr von der Gründerberatungsstelle IMPULS-Duisburg verabschieden. Sie hatten 25 Jahre lang Räume in unserer Gemeinde gemietet, die allerdings nach dem Ende der Beratungsarbeit an spanische Geschwister weitervermietet werden konnten. Auch hier ein Abschied mit anschließendem Willkommen.

Und die wirtschaftliche Situation der Gemeinde führte letztlich dazu, dass wir noch mehr zusammenrückten, um Ideen zu entwickeln. Kleine Verkaufsaktionen von Einzelnen sind ebenfalls Zeichen von Gottes Wirken.

So wirkt Gottes Geist unter uns und in unser Umfeld hinein und wir können staunen, wenn wir uns die Zeit nehmen hinzusehen wie  groß unser Gott ist.

Die Themenreihe zum Jahresabschluss bzw. zum Anfang des neuen Kirchenjahres „Mit Verheißungen leben“ unterstreicht unser Gemeindejahr. Wir gestalten das Hier und Jetzt und leben hoffnungsvoll in der Verheißung, die Gott uns gegeben hat: ICH BIN DA!

TF