Gedanken zum Monat Juni 2020

Paulus schreibt: Die Frucht, die der Geist Gottes
hervorbringt, besteht in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme
und Selbstbeherrschung.

Galater Kapitel 5 Verse 22-23a

 

Liebe Leserinnen und Leser,

am Anfang dieses Monats feiern wir Pfingsten. Das Fest zur Geburtsstunde der Gemeinde. Gott hat seinen Heiligen Geist auf alle Menschen ausgegossen. Besonders die Menschen in der Gemeinde bekommen das zu spüren und dadurch wird das Leben jedes Christen verändert.

Gerade, als ich diesen Text schreibe, beginnen Gemeinden zurückhaltend und mit allen Auflagen Gottesdienst im Gemeindehaus zu feiern
oder sie überlegen, wie es in einigen Wochen möglich sein könnte. Manche beschließen auch, dass es mit den derzeitigen Auflagen einfach noch keinen Sinn macht und werden weiter Online-Gottesdienste anbieten.

All die Veränderungen und all das, was plötzlich nicht mehr möglich war, hat ganz neu eine Sehnsucht nach Gemeinde und der Gemeinschaft dort in mir ausgelöst. Was war das für eine große Freude, als einige aus unserem Hauskreis sich am Ostermorgen im Grünen getroffen haben, um ein klein wenig gemeinsam Ostern zu feiern – mit viel Abstand natürlich. Wir haben zwei Lieder gesungen, einen Bibeltext gehört, gebetet und ein Ostergebäck geteilt. Das war nicht viel, aber alle waren wir so glücklich, uns wiederzusehen und diese Gemeinschaft miteinander zu erleben.

Woher kommt diese Sehnsucht danach, endlich wieder gemeinsam Gottesdienst feiern zu können und die Gemeinschaft in der Gemeinde zu erleben? Die Antwort finde ich in Galater 5,22 f. Wenn wir mit dem Heiligen Geist leben, wenn wir Gott in unserem Leben Raum geben, verändert das unser Leben automatisch. Genauso wie Früchte am Baum ganz natürlich und automatisch unter normalen Voraussetzungen wachsen, genauso verändert der Heilige Geist uns, wenn wir als Christen mit Gott unterwegs sind.

Wir in der Gemeinde erfahren das als erstes, weil dort so viele Menschen zusammenkommen, die vom Heiligen Geist schon verändert wurden. Natürlich ist da noch viel Luft nach oben, ein Baum wächst ja auch immer noch weiter und ist nicht nach 2-3 Jahren schon ausgewachsen.

Gott hat aber schon einiges von seinen Früchten in uns wachsen lassen. In der Gemeinde erlebe ich davon etwas und das tut mir so gut. Da atme ich auf.

An ganz vielfältigen Stellen in der Gemeinde erlebe ich etwas von den Früchten des Heiligen Geistes: Wenn ich erlebe, dass ich einen anderen in der Gemeinde übersehen habe und er mir trotzdem freundlich begegnet. Wenn ich keine Kraft mehr habe und andere erlebe, die geduldig und liebevoll darauf reagieren. Wenn es Unstimmigkeiten gibt und da plötzlich wieder Friede möglich ist.

Nehmen wir uns doch einfach in den nächsten Wochen mehr Zeit, genau das noch bewusster zu erleben. Nehmen wir uns doch mal vor, uns bewusst noch mehr der Sonne des Heiligen Geistes auszusetzen, damit sie noch mehr Früchte wachsen lassen kann unter uns. Gott segne all das.

In herzlicher Verbundenheit

JO-E