Mose sagte: „Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der Herr euch heute rettet.“

2. Mose 14, Vers 13

Liebe Geschwister und Freunde!

es ist ja nicht so, als gäbe es kein Problem. Mose ist sich durchaus der Schwierigkeiten bewusst. Vor ihnen liegt das Rote Meer, hinter ihnen rücken die Soldaten des Pharaos an.

Die Israeliten schauen alle auf Mose, in der Hoffnung, dass ihm in letzter Sekunde eine Lösung einfällt. Aber Mose sagt nichts von ei-nem Schwimmkurs oder davon, sich in den Wüstensand einzugra-ben. Stattdessen gibt er ihnen drei wichtige Instruktionen.

„Fürchtet euch nicht!“ Furcht verzerrt oft den Blick auf die Wirklichkeit und führt dann ganz schnell zu falschen Entscheidungen. Angst vor Veränderung bewirkt immer wieder, dass wir uns vor wichtigen Entscheidungen drücken, die mutig getroffen werden müssen.

„Bleibt stehen!“ Das ist ganz wichtig. Stehen bleiben und sich der Situation klar werden. Wenn jetzt alle in Panik geraten, haben die Soldaten leichtes Spiel. Wenn wir zusammenstehen, können wir uns gegenseitig wahrnehmen. Und wenn wir den Schulterschluss wagen, gelingt uns vieles, das wir allein nicht bewerkstelligen können.

„Schaut zu, wie der Herr euch heute rettet!“ Das scheint zunächst einmal kontraproduktiv zu sein. Wir können doch nicht die Hände in den Schoß legen! Wir müssen doch etwas tun!

Ja, das ist ganz sicher wahr. Auch die Israeliten mussten einiges für ihre Befreiung aus Ägypten tun. Vor allem mussten sie im Vertrauen losziehen, dass Gott sie retten würde. Schon bald werden sie es wieder tun. Sie werden in das Meer hineinlaufen, in dem festen Ver-trauen, dass Gott ihnen helfen wird, das andere Ufer zu erreichen.

Doch das Meer teilen, das können sie nicht. Sie müssen warten und zuschauen, was Gott tun wird. Sie müssen den Moment abwarten, wann er es tun wird. In diesem Vertrauen und der gleichzeitig not-wendigen Habachtstellung leben auch wir. Lasst uns also gespannt sein, was Gott tun wird. Lasst uns zusammenstehen. Und lasst uns nie vergessen: Wir brauchen uns nicht zu fürchten.

Ihr/Euer Viktor Petkau